"Erkundungstouren" oder...

... "wieso der Wald unser geheimer Garten ist". Ne ziemlich einfache Nummer und wenn ich wollen würde, könnte ich genau einen, jawoll, EINEN Satz dazu schreiben, der dieses Gefühl perfekt beschreibt. Nämlich "Der Wald tut Geist und Körper gut!" Fängt schon bei der heißgeliebten Geräuscharmut an, auch Waldstille genannt. Nicht diese Stille, bei der jegliches Fehlen von Geräuschen mächtig laut an deiner Hirnrinde entlang kratzt, sondern die Art, die einen zärtlich umhüllt, so bald die nervigen Mitmenschen endlich mal die Klappe halten! Kein Auto hustet vor sich hin, kein Lkw hupt, keine Nachbarn hören janz, janz schreckliche Musik, kein Garnix an Ablenkung! Außer Vogelgesang, Windrauschen, Astknarzen, Insektensurren und selten ein verpeiltes Rotwild, dat uns nicht kommen hörte und laut raschelnd die Flucht durchs Dickicht einläutete. Oder Mama Wildsau samt der hübsch gestreiften Brut, die wie aus dem Nichts um die Ecke kam, uns anguckte und auch schon in der nächsten Brombeerwand verschwand. Ich weiß, Glück gehabt, dass diese tierische Wuchtbrumme einen guten Tag hatte. Nicht zu vergessen die Minifrösche im Moos, wo man sich jeden Schritt vorher überlegte, damit ja kein kleiner Hüpferich zu Schaden kommen würde. Selbst die Tauben, die man dort zu Gesicht bekommt, sehen schön aus! Nicht so fett und zerrupft, wie die Stadtbewohner, von mir auch nicht ganz so liebevolle "Ratten der Lüfte" betitelt... 5 Minuten in den Wald rein laufen und das Atmen fällt leichter, der Puls verlangsamt sich, die Unruhe schwindet und der Blick schärft sich, damit jedes noch so kleine Naturwunder wahrgenommenen werden kann! Als ob irgendwo ein Schalter umgelegt werden würde und man alle Zeit der Welt hätte. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass man im Laub alle Viere von sich streckt, um minutenlang einer klitzekleinen Schnecke zuzusehen, wie sie sich an einem Pilz labt. Im Übrigen ist so eine liegende Position goldwert! NA? Wenn ich dafür keinen Extralacher bekomme, weiß ich auch nicht weiter^^ Zurück zum Text! Liegende Position, goldwert, ach ja... So ein Perspektivwechsel gibt den Blick auf eine bis dato, unbekannte Miniaturwelt frei! Wie unterschiedlich die Struktur der Moosbetten doch sein kann. Wie wunderschön es aussieht, wenn ein Sonnenstrahl auf einen Tautropfen trifft, der an einem Mooshaar hängt! Sogar getrockneter Schneckenschleim schillert in den leuchtesten Regenbogenfarben. Wie klein und perfekt Käfer doch sind und wie emsig sie umher krabbeln. Hachz, ich könnte ja noch unzählige Beispiele anführen. Ich mag es auch, wenn wir leise und sacht, abseits der Wege tiefer in dat Gehölz vordringen, ohne Hast und Eile. Dabei werden ebenfalls interessante, morbide oder schöne Dinge entdeckt! Blitzschlag in einem Baum zB. Oder ein Rehkitz dat aussah, als ob es ein kleines Nickerchen halten würde, in Wirklichkeit von der Klippe stürzte und sich das Genick brach. Friedlich lag es da und so leid es mir auch tat, so ist nun mal die Natur. Es findet sich so viel Tod auf unseren Streifzügen - einzelne, ausgebleichte Knochen, fast komplette Skelette, feuchte Kadaver und auch Tiere, denen man zuerst nicht ansieht, dass das Leben aus ihnen gewichen ist. Schaurig schön! Der Kreislauf des Lebens eben. Und trotzdem oder gerade deswegen ist der Wald, egal wo, der schönste Abenteuerspielplatz, der beste Beobachtungsposten und zauberhafteste Platz überhaupt. Ihr braucht Balsam fürs Herz? Dann ab in den geheimen Garten! Ihr werdet es nicht bereuen. Großes Tschirpehrenwort ♡

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